Die kalte Sophie und andere Eisheilige

Die kalte Sophie war heute da. Aber die kaltherzige Dame hatte in diesem Jahr keinen Frost im Gepäck. Und auch ihre Gefährten Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius waren bei uns im Norden frostfrei. Schön war das Wetter während der Eisheiligen allerdings nicht. Es war seit Dienstag, dem Namenstag von Mamertus, sehr wechselhaft und zumindest morgens noch recht kühl. Die kalte Sophie brachte heute nicht nur, wie sie es gerne tut, „zum Schluss, ganz gern noch einen Regenguss“, sondern gleich mehrere und dazu noch Gewitter.

Geschneit hat’s in unserem Garten trotz der relativ mild gestimmten Eisheiligen, nämlich Apfelblüten: Ihnen hat das windige, regnerische Wetter gar nicht gefallen. Hoffentlich können wir im Spätsommer wenigstens ein paar Äpfel ernten. Süßkirschen gibt es in diesem Jahr wahrscheinlich nicht:– als sie geblüht haben, waren die Nächte einfach zu frostig.

Glaubt man den alten Wetterregeln, gibt’s „nach der Sophie kein Frost“ mehr. Und so haben wir die Pflanzen aus dem Wintergarten auf die Terrasse gebracht. Dort stehen sie bis zum Herbst an der Hauswand recht geschützt.

Unsere Neulinge – zwei Minikiwis, männlich und weiblich, Ananassalbei, Dill und Basilikum – haben wir in den letzten Tagen langsam an den Mai gewöhnt, Tagsüber waren sie auf der Terrasse; übernachten durften sie noch im wärmeren Wintergarten. Jetzt sind auch sie nach draußen gezogen – in Kübel auf und in den Kräutergarten direkt neben der Terrasse.

Direkt am Wintergarten wachsen jetzt Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren. So haben sie es nicht weit bis auf unsere Teller, wenn es denn so weit ist.

Garten im November

Bevor der unerwartete Frühling im November endgültig vorbei ist und der Monat sich in den letzten Tagen doch noch so zeigt, wie wir es von ihm erwarten – windig bis stürmisch, kalt und regnerisch, novembrig halt –, habe ich den Garten noch einmal fotografiert, wie jeden Monat seit Anfang des Jahres, aus (fast) den gleichen Blickwinken.

Aus dem Teich ist auch das letzte kleine Fröschlein ausgezogen;  zumindest ward es nicht mehr gesehen. Ich hoffe, dass  es seinen Verwandten in größere und vor allem tiefere Teiche gefolgt ist, wo es auch bei einer längeren Frostperiode sicher ist. Vielleicht versteckt es sich aber auch zwischen den Seerosenblättern im kleinen Teich. Die wachsen inzwischen weit über den Teichrand hinaus und bieten nur scheinbar Schutz. Denn im Winter kann der Teich bis auf den Grund frieren. Vielleicht brauchen wir doch einen großen Teich in unserem Garten – für die Frösche, die Seerosen und um meine wachsende Seesucht zu stillen.

Auch die Vogelschutzhecke am Zaun zum Nachbargarten wächst künftig hoffentlich besser. Sie bekommt mehr Licht und Luft, weil der Nachbar nicht nur die Tanne, die alles in den Schatten stellte, gefällt, sondern auch den Holzzaun zwischen unseren Gärten abgerissen hat. Uns eröffnen sich dadurch neue Ein- und Ausblicke  nicht unbedingt erfreuliche, weil der Garten leider gerade zugepflastert wird.

Den Specht an der Eberesche berührt das ebenso wenig …

… wie den Lesezwerg in seinem Bett aus Aubretien. Sie schauen einfach nicht hin.

Das Blaukissen präsentiert sich zurzeit  grün mit laubbraunen Sprenkeln, die Aubretien selbst haben – anders als im Juli und August – wieder grüne Blättchen. Vielleicht haben sie sich von den frühlingshaften Temperaturen täuschen lassen. Doch bis sie sich wieder ganz in Blau präsentieren, vergehen wohl noch einige Monate.

Im runden Rosenbeet blühen immer noch einige rote Rosen, die Christrosen eine Etage tiefer sind schneeweiß – und ihrer Zeit einen Monat voraus. Denn Weihnachten ist ja erst in einem Monat.

Ungewöhnlich spät dran ist in diesem Jahr der Ananassalbei mit seinen roten Blüten. Er wächst, bewacht von der Kräüterhexe, im Kräuerbeet neben der Terrasse . Dort ist wieder viel Platz, seit die Zimmerpflanzen ihre Sommerfrische beendet haben. Nur noch einige ganz harte, unempfindliche Pflanzen sind im Garten, doch auch sie werden noch in diesem Monat ins Haus oder in den Wintergarten zurückkehren. Die Gartensaison ist fast zu Ende.