Gartenblicke März

Seit den letzten Gartenblicken hat sich einiges im Garten getan und auch ich habe schon etwas getan. Ich habe den Lavendel beschnitten, säckeweise welke Stengel und altes Laub aus den Beeten entfernt – und dabei festgestellt, dass gut gemeint oft das Gegenteil von gut gemacht ist. Die locker aufgeschichteten Laubhaufen, eigentlich als Überwinterungshilfe für Igel und anderes Kleingetier gedacht, sind durch den Dauerregen im Februar in sich zusammengefallen, haben sich in eine glitschige Pampe verwandelt. Doch es scheint, dass die Bewohner die feucht gewordenen Höhlen rechtzeitig verlassen und sich in Sicherheit gebracht haben. Jetzt liegen die Blätter zum Trocknen neben dem Teich und warten darauf, dass die Grünannahmestelle wieder öffnet – oder auf ihren Einsatz als Schicht im geplanten zweiten Hochbeet auf der Terrasse.

Zurzeit sind Gelb und Lila die dominierenden Farben. Das Kleinblättrige Immergrün (Vinca minor) hinterm Teich blüht lila, ebenfalls lila, nur eine Nuance dunkler, die Primel und das neue Veilchen. Es  hat zum Glück den Bodenfrost der letzten Nächte ebenso überstanden wie die kleinen Pfingstrosen. Welche Farben sie haben, weiß ich nicht – ich habe sie erst im Herbst gepflanzt.

Gelb blühen Winterlinge, die Sumpfdotterblumen im Teich, Narzissen und – gleich nebenan neben der Eberesche – Forsythien und Mahonien. Woher die kleinen Sträucher kommen, die sich überall im Garten ausbreiten, weiß ich nicht – ich kannte bis heute Morgen ja noch nicht mal ihren Namen. Es müssen wohl Kriechende Mahonien (Mahonia repens) sein, laut Wikipedia sind sie immergrün, bilden Ausläufer werden etwa 50 Zentimeter hoch. Das passt – und vielleicht stimmt ja auch der Namen.

Die Rosen im Rosenbeet haben schon Blätter, ebenso Pfingstrosen und Teehibiskus. Die Stockrosen scheinen leider den Schnecken in diesem Jahr besonders gut zu schmecken. Viele sind angenagt – ich hoffe, dass ihnen der Appetit allmählich vergeht und die Stockrosen sich erholen. Vom Rittersporn ist leider noch nichts zu sehen und von den Krokussen, die sich zwischen diversen Stauden und Erdbeeren ausbreiten, hat in diesem Jahr noch kein einziger geblüht. Sie sind, so scheint es, völlig aus dem Rhythmus geraten: In den vergangenen Jahren hatten sie ihre Blütezeit in den Herbst verlegt.

Auf Blaukissen und Traubenhyazinthen ist dagegen wie immer Verlass: Sie stehen dicht an dicht. Der Lavendel bereitet mir dagegen Sorgen. Er krepelt lustlos vor sich hin. Vielleicht hätte ich ihn im Herbst radikal zurechtstutzen sollen, wie es mir eine Bekannte empfohlen hat. Doch dazu fehlte mir der Mut.  Die Anemone blüht wieder – doch sie bleibt ganz für sich. Anders als ihre Beetgenossen vermehrt sie sich nicht selbst; sobald die Gartenmärkte wieder offen sind, will ich mich nach Gefährten umschauen.

Und auch das kleine Beet zwischen dem Nachbargrundstück und den Terrassen wartet darauf, bepflanzt zu werden. Petersilie, Schnittlauch, Minze und Zitronenmelisse sind schon da, ebenso  Lavendel. Ringelblumen habe ich gerade ausgesät, sobald das Wetter mitspielt und die Kräuterfrau wieder ihren Stand auf dem Wochenmarkt hat, werde  ich weitere Kräuter pflanzen: Ananassalbei zum Beispiel, Rosmarin, Zitronenthymian, Liebstöckel und Currykraut. Dann wird die Hexe, die über das Beet wacht, wieder zur Kräuterhexe.

Garten im Blick – Januar

Nein, ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken und deshalb vorweg: Es ist nicht meine Idee, sondern ich habe sie auf der Instagram-Seite meiner Vornamenscousine Eva Wenig entdeckt (@meine_gartenzeit). Aber sie gefällt mir so gut, dass ich sie adoptiert habe und mitmache: Auch ich werde jeden Monat an bestimmten Stellen unseres Gartens Fotos machen und sie auf unserem Blog und auf Instagram posten.

Eva Wenig zeigt ihren Garten in Niederbayern aus fünf Blickwinkeln (http://meine-gartenzeit.de/2020/01/13/5-blickwinkel-12-monate-januar/). So tolle Ausblicke wie ihr Hanggarten bietet unser Garten nicht. Und auch die Lichtverhältnisse waren bei den ersten Fotos nicht optimal. Doch weil der Januar zu Ende geht, musste ich die wenigen nicht ganz so trüben Augenblicke nutzen.

Meine beiden Minigartenteiche sind natürlich dabei mit dem Leuchtturm Roter Sand.

Das Rosen-Erdbeer-Beet und die Gartenhütte müssen mit aufs Foto …

… und natürlich mein Lesezwerg. Er sitzt seit Jahr und Tag am gleichen Platz, sommers wie winters, immer in das gleiche Buch vertieft. Dass er seine Kleidung längst eingebüßt hat, bemerkt er ebenso wenig wie die Blaukissen, die in diesem Jahr ungewöhnlich früh anfangen zu blühen. Bald schon wird er von lauter blauen Blüten umgeben sein.

Auch mein Lieblingsbaum, die Eberesche mit dem Drillingsstamm, darf nicht fehlen.  Der Nistkasten muss in diesem Jahr gründlich renoviert oder ausgetauscht werden.

Und zum Schluss noch einen Blick auf unsere Terrasse, die an das Nachbargrundstück grenzt, mit meinem neuen Hochbeet und dem Pflanztisch. Hier wachsen zwei Weinstöcke und Kräuter: Minze, Zitronenmelisse, Petersilie und Ananassalbei zum Beispiel. Ab Mai, wenn die Eisheiligen vorbei sind,  werden wieder einige Pflanzen aus dem Wintergarten hier ihren Sommerurlaub verbringen. Und auch die Tomaten gedeihen hier – geschützt zwischen Hauswand und Zaun – sehr gut.

Noch ist alles ziemlich kahl und grau, aber das wird sich bald ändern. Wie, werde ich in den nächsten Monaten dokumentieren.

Übrigens: Auch Eva Fuchs postet auf ihrem Blog (https://evafuchs.blogspot.com/search/label/12telBlick und auf ihrer Instagram-Seite (@verfuchst.insta) jeden Monat ein Foto, das sie immer vom selben Standpunkt möglichst aus demselben Blickwinkel (oder ist es der gleiche) fotografiert. 12tel-Blick heißt die Fotoaktion, die angeblich Tabea Heinicker erfunden oder besser gesagt ins Leben gerufen hat. Mitmachen ist erwünscht – von allen Evas.