Rendez-vous im Garten

Sie sind wieder geöffnet, die Gartenpforten in und um Hannover. Im vergangenen Jahr ist die Aktion wegen Corona ausgefallen – in diesem Jahr geht es weiter. Insgesamt 112 Gärten können bis zum 10. Oktober in der Region Hannover besichtigt werden, allein am ersten Juni-Wochenende beteiligten sich 39 Gartenbesitzerinnnen und -besitzer am Rendez-vous im Garten: Sie ermöglichten unter dem Motto „Wissen, das wandert“  Gartenfans wie mir einen Blick hinter den Zaun.

Ich habe am vergangenen Wochenende drei Gärten besucht – alle toll und alle ganz anders, obwohl ja in allen dreien die gleichen Pflanzen blühen. Akeleien zum Beispiel, die zu meinen Lieblingen gehören, Fingerhut, Heckenrosen und Mohn.

Der Garten Schwertmann in der Wedemark, Garten Nummer eins auf meiner Besuchsliste, ist eine gelungene Mischung aus Nutz- und Naturgarten, eine sehr gelungene sogar. Im Gemüsegarten mit mehreren Hochbeeten herrscht eine bewundernswerte Ordnung: Hier steht – wie es sich für einen Nutzgarten gehört – zusammen, was zusammengehört. In Reih und Glied, so wie ich es aus meiner Kindheit kenne, als meine Eltern und meine Oma in unserem Garten noch Kartoffeln, Erdbeeren, Salat und Gemüse angepflanzt haben.

Viel schöner als den Nutzgarten finde ich allerdings den größeren naturnahen Teil des über 1000 Quadratmeter großen Gartens mit Kräuterspirale, einem kleinen Wasserlauf mit Teich, Sumpfbeet, vielen idyllischen Sitzgelegenheiten und einer Gartenlaube, die mein Herz höherschlagen lässt.

Gerne würde ich bleiben, mich irgendwo hinsetzen, mein Tagebuch auspacken und schreiben, aber leider spielt das Wetter nicht wirklich mit: Das erste Wochenende nach dem meteorologischen Sommeranfang ist nicht wirklich sommerlich warm, und wir waren eben leider auch nicht die einzigen BesucherInnen.

Der Garten von Sabine Sundermeyer und Joachim von Kortzfleisch blüht wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen richtig auf. Denn um das alte Bauernhaus leben 45 Rosensorten, Stauden, Kräuter und Zwiebelblumen in farblich abgestimmten Beeten – und die Rosenblüte beginnt in diesem Jahr später als in den vergangenen. Ein kleines (Gesamt)Kunstwerk ist der Garten trotzdem, auch weil in den Beeten, im Bienengarten und an den Hauswänden der hannoverschen Künstler Bernd Sidon seine Werke ausstellt. Die sollen nicht fotografiert werden – was die Foto-Auswahl einschränkt.

 

Viel jünger als die beiden ersten Gärten ist Garten Nummer drei. Im Garten Sickau wachsen vor allem Hosta und Stauden, Rosen und Clematis, die leider noch nicht blühen. Pflanzen halten sich eben nicht an (Veranstaltungs)Kalender. Es gibt einen kleinen Kräuter- und Beerengarten, zwei Teiche, lauschige Sitzecken.

Ich bewundere nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Dinge, die den Garten schmücken, ihm seinen besonderen Reiz verleihen – die alten Gartenmöbel zum Beispiel, das Fahrrad, das wie vergessen am Zaun lehnt, oder die Echse am Teich. Und wieder einmal wird mir klar: Mir fehlt leider nicht nur der grüne Daumen, sondern auch der Sinn für Dekorationen.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf – und ich werde mir weiter Tipps und Anregungen holen. Schon an diesem Wochenende, in anderen Gärten, die noch bis Oktober ihre Pforten für Gartenfans wie mich öffnen.

Garten im Blick – Januar

Nein, ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken und deshalb vorweg: Es ist nicht meine Idee, sondern ich habe sie auf der Instagram-Seite meiner Vornamenscousine Eva Wenig entdeckt (@meine_gartenzeit). Aber sie gefällt mir so gut, dass ich sie adoptiert habe und mitmache: Auch ich werde jeden Monat an bestimmten Stellen unseres Gartens Fotos machen und sie auf unserem Blog und auf Instagram posten.

Eva Wenig zeigt ihren Garten in Niederbayern aus fünf Blickwinkeln (http://meine-gartenzeit.de/2020/01/13/5-blickwinkel-12-monate-januar/). So tolle Ausblicke wie ihr Hanggarten bietet unser Garten nicht. Und auch die Lichtverhältnisse waren bei den ersten Fotos nicht optimal. Doch weil der Januar zu Ende geht, musste ich die wenigen nicht ganz so trüben Augenblicke nutzen.

Meine beiden Minigartenteiche sind natürlich dabei mit dem Leuchtturm Roter Sand.

Das Rosen-Erdbeer-Beet und die Gartenhütte müssen mit aufs Foto …

… und natürlich mein Lesezwerg. Er sitzt seit Jahr und Tag am gleichen Platz, sommers wie winters, immer in das gleiche Buch vertieft. Dass er seine Kleidung längst eingebüßt hat, bemerkt er ebenso wenig wie die Blaukissen, die in diesem Jahr ungewöhnlich früh anfangen zu blühen. Bald schon wird er von lauter blauen Blüten umgeben sein.

Auch mein Lieblingsbaum, die Eberesche mit dem Drillingsstamm, darf nicht fehlen.  Der Nistkasten muss in diesem Jahr gründlich renoviert oder ausgetauscht werden.

Und zum Schluss noch einen Blick auf unsere Terrasse, die an das Nachbargrundstück grenzt, mit meinem neuen Hochbeet und dem Pflanztisch. Hier wachsen zwei Weinstöcke und Kräuter: Minze, Zitronenmelisse, Petersilie und Ananassalbei zum Beispiel. Ab Mai, wenn die Eisheiligen vorbei sind,  werden wieder einige Pflanzen aus dem Wintergarten hier ihren Sommerurlaub verbringen. Und auch die Tomaten gedeihen hier – geschützt zwischen Hauswand und Zaun – sehr gut.

Noch ist alles ziemlich kahl und grau, aber das wird sich bald ändern. Wie, werde ich in den nächsten Monaten dokumentieren.

Übrigens: Auch Eva Fuchs postet auf ihrem Blog (https://evafuchs.blogspot.com/search/label/12telBlick und auf ihrer Instagram-Seite (@verfuchst.insta) jeden Monat ein Foto, das sie immer vom selben Standpunkt möglichst aus demselben Blickwinkel (oder ist es der gleiche) fotografiert. 12tel-Blick heißt die Fotoaktion, die angeblich Tabea Heinicker erfunden oder besser gesagt ins Leben gerufen hat. Mitmachen ist erwünscht – von allen Evas.

Erstes Grün

Bis jetzt hat sich auf unserem Blog zugegebenerweise wenig getan, aber das ist, wie im richtigen Balkon und Gartenleben. Im Winter geschieht manches im Verborgenen – bevor man über der Erde etwas sieht.

Auf meiner Fensterbank sprießt und sprosst es: Ich habe die ersten Keimlinge umgetopft. Der Eisbergsalat will nicht so wie ich es mir eigentlich vorgestellt: Er wächst eher in die Höhe als in die Breite, aber es scheint, als fehle ihm die Kraft dafür (die vier Töpfe rechts auf folgendem Bild).

 

Willkommen im Gärtnerinnen-Alltag, sagt Eva, als ich ihr mein Leid klage, das gehe ihr fast immer so.

Die Tomaten (die beiden Töpfe links unten im Bild) und der Brokkoli (die vier Töpfe in der Mitte) machen es deutlich besser, der Kopfsalat ein bisschen (der Topf links oben).

Der Feldsalat lässt sich auch endlich blicken:

 

Und der Lauch wächst wirklich eifrig – ich hätte nicht gedacht, dass er so schnell so groß wird.

(Tag 2)

(Tag 14)

Außerdem treiben gerade die Zweige diverser Beerensträucher aus, die ich eigentlich geschnitten und ins Wasser gestellt hatte, damit sie Wurzeln kriegen. Wurzeln sind nicht zu sehen, dafür werden sie oben grün. Wird ihnen auf Dauer allerdings nicht viel nutzen. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt.

(Foe Rodens)