Von Großen Gärten, Goldenen Figuren und grünen Oasen

Er hatte eine faire Chance – und er hat sie teilweise genutzt. Olaf Groß‘ Großstadtgespräch über die Rückkehr der Goldenen Figuren in den Großen Garten in Herrenhausen hatte mich neugierig gemacht (https://grossstadtgespraech.de/2020/05/07/herrenhausen-goldene-figuren-schweben-ins-gartentheater/). Anlass genug, wieder einmal hinein- und nicht immer nur daran vorbeizugehen. Immerhin ist der Große Garten  einer der bedeutendsten Barockgärten in Europa

Keine Frage: Repräsentativ ist er – und das sollte er ja auch sein. Denn einer der adligen Vorbesitzer – einer der vielen Ernst Augusts, die es in Hannovers Adel gibt – wollte Kurfürst werden. Um seine Kollegen zu beeindrucken, ließ er den Vorgarten seines Schlosses aufhübschen. Das ist zugegebenerweise die proletarische Version der Geschichte – an ihr erkennt man unschwer, dass ich mit so viel Pracht und altem Adel wenig anfangen kann.

Schloss mit Vorgarten und Schwanenteich – ohn Schwäne

Aber ich gebe zu: Der Garten hat was, zum Beispiel den Eingangsbereich, den der dänische Architekt und Designer Arne Jacobsen Mitte der 60er Jahre entworfen hat. Auf der Gartenseite „versteckt“ sich der fast 50 Meter lange moderne Glasbau hinter einem gusseisernen Laubengang aus dem 19. Jahrhundert.

Das Arne Jacobsen Foyer

Auch die frisch restaurierten Goldenen Figuren, Nachbildungen berühmter Vorbilder aus der Antike, gefallen mir, ebenso das Gartentheater selbst, in das sie jetzt zurückgekehrt sind. Das Gartentheater soll um 1690 entstanden und damals das erste Heckentheater in Deutschland gewesen sein. Im Sommer finden hier beispielsweise Konzerte, Musicals, Kino unter freiem Himmel oder Poetry Slams. Ich habe vor Jahren den Sommernachtstraum im Gartentheater gesehen – allerdings nicht die Original-Shakespeareversion, sondern das Musical von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig. Und obwohl der Abend kein traumhafter Sommerabend war, sondern ziemlich verregnet, war es eine ganz besondere Atmosphäre.

Tanz auf der Ballustrade des Zuschauerraums

Beeindruckend sind auch die vielen Wasserbecken mit zahlreichen Springbrunnen in allen erdenklichen Größen. Damit sie funktionierten, ließ Ernst August kilometerlange Zuleitungen und einen Hochbehälter bauen. Die große Fontäne, eine der Hauptattraktionen des Großen Gartens, sprudelt erst seit 1720 – nachdem die Leine aufgestaut und eine dampfbetriebene Pumpanlage aus England installiert worden war. Vor genau 300 Jahren schoss der Wasserstrahl erstmals 36 Meter hoch, heute sind es sogar 72 Meter, wenn es windstill ist. Bei meinem Besuch war sie leider außer Betrieb – über zwischen 12 und 14 oder 15 Uhr machen die Wasserspiele im Großen Garten Pause.

Barockgarten mit Springbrunnen

Aber ich werde in den nächsten Wochen sicher noch einmal wiederkommen, vielleicht an einem Frei-, Sams- oder Sonntagabend. Dann wird der Große Garten illuminiert und Händels Wassermusik erklingt. Vielleicht kann ich dann einen Platz in einem der rosenumkankten Holzpavillons im Niederdeutschen Rosengarten ergattern, dem für mich schönsten Sondergarten im Großen Garten. Inselgarten, Renaissancegarten, Barockgarten und Rokokogarten mit ihren zurechtgestutzten, in Reih und Glied und kunstvolle Muster gezwängten Mini-Buchsbäumen begeistern mich dagegen nicht.

Der Niederdeutsche Rosengarten. Auch meine Lieblingsrose Rhapsody in Blue wächst hier.

Grüne Oasen gibt es im Großen Garten übrigens auch. Zwischen den breiten Wegen erobert in eingezäunten Bereichen die Natur den Garten zurück – Wildwuchs inmitten in der geordneten Parklandschaft.

Der Irrgarten war bei meinem Besuch wegen Corona ebenso noch gesperrt wie mein Lieblingsort im Großen Garten, die zwar alte, aber von Niki de Saint Phalle vor einigen Jahren neu gestaltete Grotte.

Blick nur von außen – Eva in den Spiegeln

Und so bin ich am Ende doch wieder im Berggarten gelandet, wo es üppiger grünt und blüht als im Großen Garten. Schon unter Kurfürstin Sophie wurde der Berggarten genutzt, um seltene Pflanzen zu züchten und zu pflegen.

Heute sind dort mehr als 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt zu sehen (https://www.hannover.de/Herrenhausen/Herrenh%C3%A4user-G%C3%A4rten/Berggarten) – kein Wunder, dass ich dort bei jedem Besuch Neues entdecke.

Wieder geöffnet

Seit letzter Woche sind die Herrenhäuser Gärten wieder geöffnet und natürlich habe ich sie besucht, als ich einen Termin in Hannover hatte. Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen. Kein Wochenende, keine Schlangen am Eingang.

Wie immer zieht es mich in den Berggarten. Der Große Garten kann warten – vor allem, weil die  von Niki de Saint Phalle entworfene Blaue Grotte noch geschlossen ist. Auch die Schauhäuser im Berggarten sind zurzeit gesperrt. Doch das verschmerze ich leicht, die Wiedersehensfreude ist größer. Nach Wochen des „Entzugs“ gefällt mir sogar der Schmuckhof, an dem ich sonst eher achtlos vorübergehe. Noch blühen Tulpen, Narzissen, Kaiserkronen, Anemonen und Hyazinthen und Goldlack – überwiegend  gelb-orange

Obwohl ich seit Jahren Stammgast in den Herrenhäuser Gärten bin, entdecke ich immer wieder etwas neu – dieses Mal sind es die Pfingstrosen. Laut Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstrosen gehören 32 Arten zur Gattung der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae). Ich bin sicher, dass im Berggarten (fast) alle wachsen – große und kleine, Stauden, Halbsträucher und Sträucher in verschiedenen Farben von Weiß über Gelb, Bonbonrosa und grellem Pink bis zu dunklem Lila.  Einige tragen noch Knospen, andere sind schon verblüht.

Natürlich stecke ich als bekennender Duftfreak meine Nase in manche Blüte  hinein. Und einmal mehr bereue ich es, dass ich die  Pfingstrosenstaude aus dem Garten meines Elternhauses nicht in meinen eigenen Garten umgesiedelt habe. So intensiv wie die Blüten zu Hause duftet hier keine. Aber vielleicht täuscht mich da auch die Erinnerung.

Im Moorweiher hatte wohl ein Schwan in der besucherlosen Zeit sein Nest direkt am Ufer gebaut – kaum einen Meter vom Weg entfernt. Jetzt hat er es verlassen und drei Eier zurückgelassen. Vielleicht fühlte er sich von den Besuchern gestört, die nach der Öffnung die Gärten wieder erobern.

Im Staudengrund hat die Natur ganze Arbeit geleistet: Die Pflanzen am Ufer haben den schmalen  Bachlauf fast überwuchert. Dass hier kein natürlicher, sondern ein künstlicher Bach fließt, merkt man nicht. Und wie so oft habe ich das Gefühl, irgendwo in der Natur zu sein.

Im Staudengrund

Übrigens: Wer einen Blick in den Großen Garten werfen möchte, kann dies auf der Website https://grossstadtgespraech.de tun. Olaf Groß war dabei, als die Goldenen Figuren mit dem Kran ins Gartentheater zurückkehrten. Das soll wieder in seinen ursprünglichen Zustand  versetzt werden (https://grossstadtgespraech.de/2020/05/07/herrenhausen-goldene-figuren-schweben-ins-gartentheater/).

Ab 15. Mai ist das historische Gartentheater wieder für Besucher geöffnet geöffnet. Ein guter Grund für mich, auch den Großen Garten wieder einmal zu besuchen.

Gartenblick April

Die Kräuterfrau hatte recht: Der Waldmeister, den ich vermisst habe, ist wieder da. Er wächst hinterm Teich in diesem Jahr zwar nicht so üppig wie in den vergangenen, doch er wächst: Womit bewiesen wäre, dass man im Garten manchmal nur abwarten muss. Oder wie es in Sambia heißt: Das Gras – respektive der Waldmeister – wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Am Zaun hinterm Teich ist es momentan ein bisschen kahl. Dort habe ich am Wochenende die Zweige der Gewöhnlichen Schneebeere, die bei uns Knallerbsenstrauch heißt, weggeschnitten. Denn sie überwuchern Felsenbirne, Weißdorn, Holunder und Co, die eigentlich zu einer dichten Vogelschutzhecke zusammenwachsen sollen. Noch tun sie sich schwer, vielleicht hilft es ihnen, dass ich ihnen ein bisschen Luft verschafft habe.

Die beiden kleinen Teiche sind bald nicht mehr zu sehen; sie verstecken sich hinter den Pflanzen am Ufer. Sumpfdotterblume und Beinwell blühen schon eine ganze Zeit, Lilien und Akelei brauchen dagegen noch eine Weile, ebenso die Pfingstrosen, die den Umzug aus dem Harz gut verkraftet haben und sogar kleine Knospen haben.

Apropos Pfingstrosen: Sie haben sich jahrelang in meinem Garten schwer getan, mehrere Pflanzen sind eingegangen. Doch in diesem Jahr gedeihen nicht nur alle vier Ableger aus dem Harz prächtig, sondern auch die beiden Pfingstrosen, die schon länger hier zu Hause sind.

Die größere der beiden steht im Rosenbeet, aus dem ich hunderte Krokusse ausgegraben habe. Sie haben sich im Winter zu stark vermehrt; die Erdbeeren am Rand des Beets waren ganz unter ihnen verschwunden. Jetzt erholen sie sich und blühen. Ich hoffe auf reiche Ernte, auch von den Walderdbeeren, die ich am Wochenende ins Beet am Zaun gepflanzt habe. Unterm Apfelbaum ist es für Erdbeeren eigentlich zu schattig. Doch Walderdbeeren haben ja eigentlich gelernt, im Schatten großer Bäume zu (über)leben.

Das Blaukissen blüht immer noch. Es wächst so hoch, dass der lesende Zwerg fast darin verschwindet. Im Schutz des Blütenteppichs streckt eine Rose ihre Triebe aus. Leider nicht meine Lieblingsrose, die duftende Rhaspsody in blue, sondern ihre nicht duftende Beetgenossin.

Mein Lieblingsbaum, die Eberesche, blüht und wird langsam grün,

und auch die beiden Reben, die zwischen beiden Terrassen wachsen, haben schon Blätter. Bis sie blühen, vergehen noch ein paar Wochen. Vor ein paar Tagen habe ich Karotten, Zuckererbsen, Roten Rüben und Pastinaken in die beiden Hochbeete gesät, Ringelblumen und Kamille in das Kräuterbeet am Rande der Terrasse. Dort möchte ich noch Ananassalbei, Currykraut, Zitronenthymian und Liebstöckel pflanzen. Wahrscheinlich Ende der Woche, wenn ich auf dem Markt Pflanzen kaufen konnte – bei der Kräuterfrau, die mich immer so gut berät.

Ziergarten mit Nutzeffekt

Die Corona-Krise verstärkt angeblich den Trend zum Gärtnern und zur Selbstversorgung.  Bei mir nicht:  Ich lese zugegebenerweise nach wie vor lieber im Garten, als darin zu arbeiten.  Ich habe nicht den Ehrgeiz, meine Mahlzeiten selbst anzubauen. Und ich werde unseren Rasen nicht in einen Kartoffelacker oder einen Nutzgarten verwandeln. Unser Garten ist  ein Ziergarten – und das bleibt auch so. Aber ein bisschen mehr Nutzen als bisher darf‘s schon sein.

Ein Kräuterbeet mit Rosmarin, Salbei, Zitronenmelisse und Lavendel

Kräuter gibt es in unserem Garten zuhauf. Allerdings vor allem, weil sie so gut riechen – ja ich bin bekennender Duftfreak. Auf dem Teller landet leider nur ein kleiner Teil, obwohl ich es mir jedes Jahr aufs Neue vornehme. So habe ich es auch in diesem Jahr  wieder nicht geschafft, den Bärlauch zu Öl, Pesto oder Brot zu verarbeiten, bevor er anfing zu blühen – und ungenießbar wurde.

Dagegen wandern die Beeren – Heidel- Stachel-, Erd-, Johannis- und Brombeeren – wenn sie reif sind meist direkt ins Müsli und in den Mund. Aus Sauerkirschen und Trauben kochen wir Marmelade bzw. Gelee. Die meisten Früchte überlassen wir allerdings den Vögeln, manche Sträucher wie Weißdorn, Kornelkirsche und Holunder haben wir eigens für sie gepflanzt. Doch zum Dank beschimpfen sie uns wüst, wenn wir in den Garten kommen und sie bei der Ernte stören.

Der Bärlauch blüht schon – und kann nicht mehr verarbeitet werden.

Tomaten pflanzen wir schon seit Jahren – sie schmecken einfach besser als die gekauften. Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal neben Cherry- und Cocktailtomaten auch Sorten mit größeren Früchten ausprobiert – trotz des nicht optimalen Standorts im Halbschatten mit Erfolg. In diesem Jahr bekommen die Tomaten einen Platz auf der sonnigeren Terrasse. Es käme mir allerdings nicht in den Sinn, die Pflanzen aus Samen zu ziehen. Sie zu säen, zu pikieren und zu hegen und pflegen, bis sie dem Babyalter entwachsen sind, ist mir einfach zu mühsam. Das versucht mein Mann in diesem Jahr zum ersten Mal.

Die ersten Pflänzchen haben sich prächtig entwickelt und sind wie   Gurken, Zucchinis und Radieschen schon aus der Pflanzschale im Wintergarten ins Beet bzw. auf die Terrasse umgezogen.

Aus dem Anzuchttopf im Wintergarten ins Beet. Der Umzug ist den Zucchinis gut bekommen.

Das im Herbst angelegte Hochbeet hat sich bewährt und uns im Winter leckeren Feldsalat und Spinat beschert. Deshalb haben wir jetzt noch ein zweites angelegt und nutzen die sonnige Terrasse als seniorengerechten Hochgarten. Möhren habe ich schon gesät, in den nächsten Tagen sollen noch Kohlrabi, Postelein, Mangold und Rucola folgen.

Hoch- und Kräuterbeet

Rucola ist eine Pflanze ganz nach meinem Geschmack: Sie ist anspruchslos und pflegeleicht; ich mag den Geruch und esse sie gerne – wegen des sehr intensiven Geschmacks allerdings nur in kleineren Mengen. Lose gibt es Rauke in den Läden im Ort eigentlich nie; wenn ich eine Packung kaufe, welkt meist ein (großer) Teil dahin, bevor ich ihn aufbrauchen kann.

Selbst pflanzen ist da weit nachhaltiger. Mit dem Pflänzchen, das ich vor drei Jahren gesetzt habe, konnten wir drei Jahre lang unseren Rucola-Bedarf aus dem eigenen Garten decken – garantiert frisch und ungespritzt. Denn es hat  sich wundersam vermehrt, im ganzen Garten ausgebreitet und auch unsere Terrasse in ein Rucolafeld verwandelt. Im vergangenen Jahr konnte ich schon Anfang April den ersten Rucola auf der Terrasse ernten https://timetoflyblog.com/gartenerkenntnisse. Doch in diesem Jahr halte ich vergeblich Ausschau – und werde für Nachschub sorgen.

Wieder im Einsatz ist seit Kurzem auch der Komposter. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Grünabfälle in der grünen Tonne entsorgt, die hier in der Region ein grüner Sack ist. Jetzt kompostieren wir wieder selbst und können demnächst die Hochbeete mit eigener Erde auffüllen – oder ein weiteres befüllen.

Einen neuen Ort zum Lesen und Entspannen gibt es im Garten auch: In der Schaukel im Apfelbaum kann ich nach getaner Arbeit die Seele baumeln, sprich schaukeln lassen. Aber manchmal schaukle ich zugegebenerweise auch statt zu arbeiten.

Foto: Utz Schmidtko

Gäste im Teich und im Garten

Ob wir in diesem Jahr in Urlaub fahren werden, wissen wir nicht. Wir lassen es auf uns zukommen. Doch unsere Pflanzen haben wir bereits in Sommerfrische geschickt. Weit reisen mussten sie nicht, denn sie verbringen die Sommermonate jedes Jahr am gleichen Ort – auf unserer Terrasse, also quasi vor der Tür. Das scheint ihnen gut zu gefallen – beschwert hat sich noch keine. Im Gegenteil: Sie blühen draußen immer auf.

Sommerfrische für Zitruspflanzen

Der kleine Gartentisch hat in diesem Jahr einen neuen Standort bekommen – und eine neue Aufgabe: Er dient vorläufig als Blumentisch. Die Blüten sollen helfen, die Insekten anzulocken, denen wir ein neues Quartier an der Gartenhütte spendiert haben. In das alte Insektenhotel an der Rückseite ist – trotz Teichblick – bislang niemand eingezogen. Vielleicht gefällt es Bienen, Hummeln und Co auf der Sonnenseite der Hütte besser. Möglicherweise ist ihre Zurückhaltung aber auch ein gutes Zeichen: Die Insekten checken vielleicht nicht ein, weil sie in unserem und in den Nachbargärten genügend andere Unterkünfte finden.

Die Frösche sind wieder in unseren Garten zurückgekehrt, obwohl es in der Nähe gewiss schönere und größere Gartenteiche gibt. Ganz freiwillig tun sie das nicht – sie folgen ihren Genen und kehren immer wieder in den Teich zurück, in dem sie geboren wurden. Allmählich wird es eng: In diesem Jahr sind sie zu viert, drei von ihnen teilen sich den kleineren der beiden Teiche. Vielleicht müssen wir den Teich doch irgendwann vergrößern.,

Die Frösche sind vermutlich froh darüber, dass der Gartentisch – anders als in den vergangenen Jahren – nicht mehr am Teich steht. Sie fühlen sich nämlich durch meine Anwesenheit gestört und flüchten ins Wasser, sobald ich mich nähere. Nur eineR ist weniger ängstlich und ließ sich – gut getarnt – von mir fotografieren.

Suchbild mit Frosch

Garten im Blick – Januar

Nein, ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken und deshalb vorweg: Es ist nicht meine Idee, sondern ich habe sie auf der Instagram-Seite meiner Vornamenscousine Eva Wenig entdeckt (@meine_gartenzeit). Aber sie gefällt mir so gut, dass ich sie adoptiert habe und mitmache: Auch ich werde jeden Monat an bestimmten Stellen unseres Gartens Fotos machen und sie auf unserem Blog und auf Instagram posten.

Eva Wenig zeigt ihren Garten in Niederbayern aus fünf Blickwinkeln (http://meine-gartenzeit.de/2020/01/13/5-blickwinkel-12-monate-januar/). So tolle Ausblicke wie ihr Hanggarten bietet unser Garten nicht. Und auch die Lichtverhältnisse waren bei den ersten Fotos nicht optimal. Doch weil der Januar zu Ende geht, musste ich die wenigen nicht ganz so trüben Augenblicke nutzen.

Meine beiden Minigartenteiche sind natürlich dabei mit dem Leuchtturm Roter Sand.

Das Rosen-Erdbeer-Beet und die Gartenhütte müssen mit aufs Foto …

… und natürlich mein Lesezwerg. Er sitzt seit Jahr und Tag am gleichen Platz, sommers wie winters, immer in das gleiche Buch vertieft. Dass er seine Kleidung längst eingebüßt hat, bemerkt er ebenso wenig wie die Blaukissen, die in diesem Jahr ungewöhnlich früh anfangen zu blühen. Bald schon wird er von lauter blauen Blüten umgeben sein.

Auch mein Lieblingsbaum, die Eberesche mit dem Drillingsstamm, darf nicht fehlen.  Der Nistkasten muss in diesem Jahr gründlich renoviert oder ausgetauscht werden.

Und zum Schluss noch einen Blick auf unsere Terrasse, die an das Nachbargrundstück grenzt, mit meinem neuen Hochbeet und dem Pflanztisch. Hier wachsen zwei Weinstöcke und Kräuter: Minze, Zitronenmelisse, Petersilie und Ananassalbei zum Beispiel. Ab Mai, wenn die Eisheiligen vorbei sind,  werden wieder einige Pflanzen aus dem Wintergarten hier ihren Sommerurlaub verbringen. Und auch die Tomaten gedeihen hier – geschützt zwischen Hauswand und Zaun – sehr gut.

Noch ist alles ziemlich kahl und grau, aber das wird sich bald ändern. Wie, werde ich in den nächsten Monaten dokumentieren.

Übrigens: Auch Eva Fuchs postet auf ihrem Blog (https://evafuchs.blogspot.com/search/label/12telBlick und auf ihrer Instagram-Seite (@verfuchst.insta) jeden Monat ein Foto, das sie immer vom selben Standpunkt möglichst aus demselben Blickwinkel (oder ist es der gleiche) fotografiert. 12tel-Blick heißt die Fotoaktion, die angeblich Tabea Heinicker erfunden oder besser gesagt ins Leben gerufen hat. Mitmachen ist erwünscht – von allen Evas.

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Seit meine Nachbarin mir vor einigen Jahren eine Gaultheria geschenkt hat, gehört die kleine Pflanze mit den dunkelgrünen Blättern und den roten Beeren für mich zur Weihnachtszeit und hat den Weihnachtsstern als Adventspflanze Nummer eins abgelöst. Vielleicht fühle ich mich dem Zwergstrauch besonders verbunden, weil ich eben mit nicht mal einem Meter sechzig auch nicht wirklich groß bin. Vor allem gefällt mir aber das Durchhaltevermögen und die Anpassungsfähigkeit der Scheinbeeren. Sie blühen eben nicht nur in zur Weihnachtszeit.

Weihnachtssterne überleben bei mir nur selten den Advent . Irgendwie kann ich es den Diven nicht recht machen. Mal gieße ich sie offenbar zu viel, mal zu wenig; der einen ist es zu warm, der anderen zu kalt – und so lassen die meisten schon nach ein paar Tagen die Blätter hängen, ehe sie sie dann ganz abwerfen und auf dem Kompost landen.

Gaultheria mit Buddha auf der Fensterbank …

Die Gaultherias sind da wesentlich robuster: Sechs bis acht Wochen halten sie sich im Haus, sagen die Experten, in meinem Arbeits- und meinem Schlafzimmer schaffen sie es sogar etwas länger. Schwerer tun sich die Scheinbeeren in unserem gut geheizten Wohnzimmer. Doch wenn die roten Beeren schrumplig werden und die Blätter dahinwelken, beginnt ihr zweites – das richtige – Leben im Garten.

… zur Kurzzeitpflege im Wintergarten …

Ausgewildert erholen sie sich schnell vom Wärmestress im Haus – sie genießen die frische Luft, selbst Minustemperaturen machen ihnen nichts aus. Denn Gaultherias stammen aus Nordamerika; dort wachsen sie sogar in Neufundland und Labrador, wo die Winter härter und länger sind als hierzulande.

Vielleicht gedeihen die Gaultherias in unserem Garten so gut, weil ich – eher zufällig als wohl wissend – den perfekten Standort für sie gefunden haben. Sie stehen im Beet am Zaun, wo sie im Winter viel Sonne abbekommen und sich im Sommer unter Sträuchern und anderen Pflanzen verstecken können. Wenn sie sich dort weiter ausbreiten, leisten sie mir sicher auch als Bodendecker im Kampf gegen Giersch und andere Unkräuter gute Dienste.

… und draußen im Garten.

Aus den Blättern der Scheinbeere kann man angeblich Tee kochen und ein Öl gewinnen, das Salicylsäuremethylester enthält und beispielsweise bei Rückenschmerzen, Rheuma, Fieber und Kopfschmerzen helfen soll. Das habe ich allerdings noch nie versucht und werde es sicher auch nicht tun. Denn das Öl ist bei Überdosierung giftig. Aspirin und Co sind daher bei Schmerzen sicher die bessere Wahl.

Pflanzen-Foto-Kunst

Wenn man, wie ich, im flachsten Flachland in Deutschland wohnt und die nächste interessante Landschaft ein ganzes Stück entfernt liegt, dann muss man beim Fotografieren mit den kleinen Motiven Vorlieb nehmen, wie Blumen, Baumrinden, Moos. Aber auch im Urlaub, inmitten der schönsten weiten Landschaften beschäftige ich mich gerne mit den Details.

Wenn ich dann zehn Minuten an einem Baum herumfotografiere, um eine bestimmte Musterung der Rinde in einer bestimmten Position als Bild festzuhalten, ernte ich schon mal seltsame Blick von vorbeigehenden Spaziergängern. Und ich frage mich dann immer, ob sie die Kunst, die die Natur erzeugt, wirklich nicht sehen – aber Kunst ist ja auch immer eine Frage des Geschmacks, wenn man bedenkt, dass auch eine Fettecke schon als Kunstwerk galt (bis sie m.E. zu Recht gesäubert wurde).

Am Computer spiele ich im Anschluss gerne mit Farben, Kontrasten und Overlays, verpasse den Fotos auch mal einen Aquarell-Look oder arbeite Elemente aus anderen Bildern hinein (auf Neudeutsch „composing“). Manchmal bearbeite ich mehr, manchmal weniger. Auch das alles ist natürlich Geschmackssache.

Aber für den Fall, dass meine Fotokunst Euch auch gefällt und ihr Euch eines der Bilder auf eine Tasse, als Postkarte oder als anderes Fotoprodukt drucken lassen möchtet, könnt Ihr das in meinem Shop tun: https://www.pictrs.com/foerodens

Dort gibt es natürlich nicht nur Blumen/Pflanzenfotos, sondern auch Bilder und Bildbearbeitungen aus den Kategorien Architektur, Natur/Landschaften, Tiere und Wolken. Von manchen Motiven, wie zum Beispiel dem neuseeländischen Farn, stehen auch verschiedene Versionen zur Verfügung.

(Foe Rodens)

Zwei Wochenenden, sieben Gärten …

Die Aktion Offene Pforte macht‘s möglich. Mit dem Fahrrad habe ich die Gärten erfahren und dabei – quasi im Vorbeifahren – unbekannte Gegenden und noch ein paar andere schöne Gärten gesehen. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben in einer Schrebergartenkolonie und in zwei Schrebergärten, die  ihre Pforten geöffnet hatten. Und ich kann bestätigen: Spießig sind die Gärten gewiss nicht, zumindest nicht alle.

Vor allem einer hat mir gut gefallen, nicht nur, aber auch wegen der Laube, die mich ein bisschen an ein Hexenhäuschen erinnert hat: So stelle ich mir mein Traumgartenhaus vor. Nur der Gartenteich, am liebsten ein Schwimmteich, fehlt.

Traum-Gartenhaus

Dafür stehen hinter dem Häuschen – ebenso wie bei der Schrebergartennachbarin – ein paar Bienenstöcke. Keine eigenen, sondern die eines Imkers, der einen Platz für seine Bienenvölker gesucht und gefunden hat. Als Miete gibt’s Wachs und Honig. Eine schöne Idee. Dass die Bienen ganz demokratisch bestimmen, wer ihre Königin wird, habe ich bei der Gelegenheit auch erfahren.

Miet-Bienen im Schrebergarten

In dem Schrebergarten habe ich auch hängende Tomaten gesehen – oder genauer gesagt: hängende Tomatenpflanzen. Ob sich die Pflanzen an die ungewöhnliche Haltung gewöhnen und Früchte tragen, probieren wir jetzt in unserem Garten aus.

Hängende Tomaten

Ungewöhnliche Mohnblumen habe ich dann in einem Garten in Mellendorf entdeckt: Sie haben sich, erzählt die Gartenbesitzerin, selbst ausgesät. Sie will mir ein paar Samen überlassen, vielleicht melde ich mich wirklich in ein paar Wochen noch mal bei ihr.

Gefüllte Mohnblumen

Ein Huhn habe ich mir aus Mellendorf schon mitgebracht. Kein echtes natürlich, denn das würde sich  in unserem Garten sicher einsam fühlen.

Ein Huhn wohnt jetzt in unserem Garten

Über meine Adoptivrosen habe ich ja schon geschrieben: Eine hat schon geblüht – leider nur ganz kurz – und herrlich geduftet. Der Garten von Silke Rex, aus dem sie stammen, führt nach wie vor die Liste meiner Lieblingsgärten an. Dort würde ich mich am liebsten hinsetzen und bleiben.

Rosen …
Rosen …

Nächste Woche bekommt der Rosengarten allerdings Konkurrenz: Dann öffnet im Nachbarort ein Profi seine Gartenpforte – ein Besuch in seinem Garten ist für mich in jedem Jahr ein Muss.

Rhapsody in violett

Sie heißt Rhapsody in Blue, blüht aber violett, duftet wie eine Pfingstrose – und hat sich damit einen Platz ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsblumen erobert. Schade nur, dass die Rose so schnell verblüht. Aber dafür trägt der Rosenstrauch in diesem Jahr besonders viele Blüten. Dass ich ihn vor ein paar Wochen rigoros beschnitten habe, hat er mir offenbar verziehen: Er reicht schon wieder bis zum Wintergartendach. Der ebenfalls violette Fingerhut passt gut zu ihm – und eine Etage tiefer wird schon bald der lila Lavendel aufblühen.

Rose, Fingerhut – und eine noch einsame Mohnblüte

Darauf warte ich bei der Pfingstrose schon seit Tagen. Aber vielleicht richten sich die Knospen in diesem Jahr nach dem Kirchenkalender und öffnen sich erst pünktlich zu ihrem Namenstag am nächsten Wochenende.

Pfingstrose und Finderhut

Besser spät als nie, sagt sich offenbar auch der Rhododendron vor unserem Küchenfenster.

Auch unterm Küchenfenster blüht es wieder: Rhododendron …

Er bildet mit dem Storchenschnabelein schönes Ensemble. Rhapsody in violett.

… und Storchenschnabel