Vorfrühling in den Herrenhäuser Gärten

Blumen statt Schokolade! Wo lässt sich das Motto von Susanne Hackel (kräuterwerkstatt) für die Fastenzeit (https://timetoflyblog.com/ziele-fuer-die-fastenzeit) besser umsetzen als in den Herrenhäuser Gärten? Und wann besser als an einem sonnigen Februarsonntag, der – noch im Winter – schon ein richtiger Frühlingstag ist?

Zwar sind die Schauhäuser leider wegen Corona geschlossen, ich kann also nur von außen einen Blick ins Tropen- und ins Orchideenhaus werfen. Schade.

Aber auch draußen im Berggarten blüht es: Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse vor allem …

… aber auch ein paar Christrosen noch …

… und ein erster Rhododendronstrauch schon.

Der Hamamelis, die japanische Zaubernuss, trägt ebenfalls schon Knospen und Blüten,

Japanische Zaubernuss

meine beiden Lieblingsbäume, die kaukasisische Flügelnuss und die Süntelbuche, sind dagegen noch kahl. Aber nur Geduld, ihre Zeit kommt noch.

Der Moorweiher und die Teiche im Staudengrund waren noch nicht ganz vom Eise befreit …

… im künstlichen Bach fließt noch kein Wasser und die Bachufer im Staudengrund sind noch recht kahl. Aber das ändert sich bald – in ein paar Wochen ist nicht nur der Staudengrund nicht wiederzuerkennen. Egal, wie oft ich den Berggarten besuche – immer wieder zeigen sie ein anderes Gesicht. Die grüne Fortsetzung folgt bald.

Ab in den Garten

Auf meiner Fensterbank ist der Frühling schon Anfang Februar eingezogen. Ich habe mir zu Imbolc, dem keltischen Maria Lichtmess, eine Hyazinthe gekauft – ein Zeichen, dass der Winter bald zu Ende geht und der Frühling kommt.

Eigentlich wollte ich die Blüten nach ein paar Tagen aus ihrem Topfleben befreien und in den Garten pflanzen, wo Hyazinthen meiner Meinung nach hingehören. Im Garten bilden sie nämlich viele Brutzwiebeln aus, sprich, sie vermehren sich von selbst und blühen jedes Jahr wieder – jahrelang.

Die Pflanzen im Topf wieder zum Blühen zu bringen, ist dagegen ziemlich aufwendig – sie dürfen im Sommer nicht zu dunkel stehen und nicht zu viel gegossen werden. Im Herbst oder Winter sollen die Hyazinthen dann ein paar Wochen bei null bis sechs Grad im Dunkeln verbringen, notfalls im Gemüsefach des Kühlschranks, empfehlen die Fachleute. Doch dafür fehlen mir die Geduld und wohl auch die grünen Daumen – vor allem wenn es eine einfachere und bessere Alternative gibt . Im Garten, da bin ich sicher, haben die Pflanzen deutlich bessere Überlebenschancen. Und Platz für ein paar schöne Frühblüher ist da allemal.

Weil draußen hoher Schnee lag, mussten die Hyazinthen länger auf meiner Fensterbank ausharren als geplant. Ob sie sich wohl gefühlt haben, weiß ich nicht. Sie haben auf jeden Fall schön geblüht und intensiv geduftet – fast zu intensiv am Anfang, angenehm in den letzten Tagen. Vielleicht hat sich meine Nase daran gewöhnt. Oder es liegt daran, dass inzwischen drei der vier Blüten verblüht sind. Ich habe sie abgeschnitten, wie es die Fachleute raten.

Heute Mittag werde ich sie mit ihren Namensvetterinnen, den Traubenhyazinthen, in den Garten pflanzen. Free Hyacinthus und Muscari sozusagen. Die Traubenhyazinthen haben die letzten Tage im Wintergarten verbracht und konnten ihre neue Heimat schon kennenlernen.

Die Meteorologen prophezeien für die nächsten Tage Temperaturen weit über 10 Grad und viel Sonne – gute Voraussetzungen also für den Start ins neue Gartenleben.

Gartenblicke im Februar

Dass ich meine Gartenblicke in diesem Monat ungewöhnlich früh veröffentliche, liegt nicht an meinen guten Vorsätzen fürs neue Jahr – obwohl es die durchaus gibt -, sondern an den ungewöhnlichen Ansichten. Zu sehen ist nämlich außer viel Weiß wenig.

Die Schneeglöckchen – nomen est omen – in dem neuen Beet neben der Einfahrt sind ebenso unter einer dicken weißen Schneedecke verschwunden …

… wie die Christrosen im Beet vor dem Wohnzimmerfenster …

… und im Rosenbeet. Ich hoffe, dass sie unter der Schneedecke überleben.

Große Sorgen mache ich mir um die Frösche, die im Sommer in unseren Teichen leben und laichen. Denn beide Teiche sind nicht tief genug – eine längere Frostperiode können die Frösche darin wohl kaum überleben. Ich habe sie allerdings seit dem Spätherbst nicht mehr gesehen. Und so hoffe ich dass sie den Winter in tieferen Teichen in der Nachbarschaft verbringen und erst im Frühjahr wieder in unseren Garten zurückkommen.

Im Kräuterbeet in der Mitte ächzte der Salbei unter der Schneelast – ich habe ihn inzwischen davon befreit. Im Beet am Zaun haben die Gärtner nicht nur meinen Lieblingsbaum, die Eberesche, gefällt, auch der Augustapfelbaum musste weichen: Die Vögel hatten ihn ausgesät  –  leider zu dicht an unserem Sauerkirschbaum. Anders als die Eberesche wird er wohl keinen Nachfolger bekommen.

Kräuterbeet mit Sonnenuhr

Eingeschneit

Das hat mein Lesezwerg noch nicht erlebt, obwohl er seit Jahr und Tag in unserem Garten sitzt: Eingeschneit war er bislang noch nie! Selbst der Rosenstrauch und das Vordach des Wintergartens konnten ihn nicht schützen. Nur die Spitze seiner roten Zipfelmütze lugte gestern Morgen noch aus dem Schnee hervor. Natürlich wollte ich ihn befreien und mit ins Haus nehmen, doch das wollte er nicht. Ein bisschen Winter macht einem Zwerg nichts aus: Er will unter der schützenden Schneedecke ausharren und wie in in den vergangenen Jahren im Garten überwintern.

Auch die Katze war bis zur Nasenspitze vom Schnee verweht. Ich habe sie ausgegraben, sodass sie sich wieder halbwegs frei bewegen kann. Doch auch sie will draußen bleiben; sie ist nicht schneescheu – im Gegensatz zu  ihren lebenden Artgenossen. Fine, unsere Nachbarkatze, die regelmäßig durch unseren Garten streift, habe ich seit Tagen nicht gesehen. Und Kiara, meine Lieblingskatze, weigert sich, auch nur eine Pfote auf den verschneiten Balkon zu setzen.

Der Elch fühlt sich wohl im hohen Schnee: Kein Wunder, in seiner Heimatim hohen Norden sind die Winter kälter und der Schnee liegt viel höher.

Und auch die Vögel harren tapfer aus – trotz Eiszapfen an der Stange und einer Haube aus Schnee auf ihrem Kopf. Doch ich fürchte, sie werden es sich im nächsten Jahr anders überlegen und mit ihren Artgenossen gen Süden ziehen.

Vom Igel ist nichts mehr zu sehen: Er hält wie seine echten Artgenossen Winterschlaf und kommt wohl erst wieder zum Vorschein, wenn der Schnee schmilzt und der Frühling kommt.

Neues Vogelrestaurant eröffnet

 

Ich habe es verpeilt: Obwohl Schneefall und Schneegestöber angekündigt waren, habe ich vergessen, Vogelfutter zu besorgen. Die Meisenstangen, die ich wir noch aus dem vorletzten Jahr hatten, waren abgelaufen – und im Internet kursieren verschiedene Vorstellungen, ob man sie noch verfüttern darf. Ja, schreiben die einen, wenn sie noch nicht ranzig riechen, besser nicht, meinen die anderen.

Also habe ich den Vögeln in unserem Garten heute Morgen fürs Erste eine  Körnermischung aus unserem eigenen Müslivorrat serviert: Fünf-Korn-Flocken, Leinsaat, verschiedene Nüsse und Cranberrys – Letztere in Ermangelung an Rosinen, die ja angeblich einigen Vogelarten gut schmecken. Ich mag weder Rosinen noch Cranberrys. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Den neuen Futterplatz haben unsere gefiederten Mitbewohner schnell entdeckt. Kein Wunder, er steht – nur durch einen Maschendrahtzaun getrennt – direkt neben einem alten Baum auf dem Nachbargrundstück, in dem mehrere Vogelfamilien wohnen. Ein verrottender Baumstamm schützt das Futter ein bisschen gegen den verwehenden Schnee.

Das Vogelhaus, das wir mal hatten, ist leider verschwunden – und wegen des Lockdowns können wir im Ort leider auch keins besorgen. Deshalb hat mein Mann kurzentschlossen – selbst ist der Heimwerker – einen zweiten Futterplatz an unserem Holzschober angebracht.

Dessen Dach ist – wenn nicht gerade der Wind den Schnee durch unseren Garten – ein sehr beliebter Vogeltreffpunkt. Jetzt können die Vögel unterm Dach geschützt dinieren – und wir können ihnen von unserem Essplatz in der Küche beim Essen zusehen.

Mein Mann hat seine Kamera am Fenster aufgebaut und steuert die Aufnahmen über sein Notebook. So stören wir Meisen und Co nicht.

Sobald die Geschäfte morgen öffnen ziehe ich los und kaufe frische Meisenstangen – und natürlich stocke ich unseren Vorrat an Hafer- und anderen Flocken, Körnern und Nüssen auf. Denn die schmecken ja offenbar nicht nur uns, sondern offenbar auch unseren Vögeln.